Gezapft und gedübelt – Ein neues Dach über dem Kopf in
Schwarzenburg
Wir haben es geschafft – die Dorfmitte von Schwarzenburg als einen
attraktiver Treffpunkt für Einwohner und Besucher, für Jung und Alt
zu gestalten.
Dank der ELER*-Fördermittel der EU und des Landes Brandenburg konnte in
Schwarzenburg das o.g. LEADER*²-Projekt erfolgreich umgesetzt werden. Das
Gesamtprojekt umfasste neben der Errichtung eines witterungsbeständigen Pavillons auch
die Restaurierung des im nächsten Jahr 100 werdenden Harmoniums im Betsaal, die
Sanierung der alten Litfaßsäule, die Erweiterung des Spielplatzes und das Aufstellen von
Sitzbänken und Fahrradständern.
Die initiale Idee für einen überdachten Veranstaltungsort kam von unserem Heimatverein
schon 2017. Grund dafür war das kontinuierlich zunehmende Interesse an unseren
kulturellen Veranstaltungen - Adventsmarkt, Konzerte der Musikschulen, Kirchenkaffee an
Himmelfahrt und Erntedankfest, Horn- und Blasmusikkonzerte etc. Die Anschaffung eines
großen Zeltes wurde wegen des Aufwandes zum Aufstellen und Abbauen verworfen. Auch
die Errichtung einer Pergola mit Markise in Eigeninitiative aus dem Holz einer vom Sturm
umgestürzten Douglasie wurde als zu schwierig und nicht ausreichend eingeschätzt. Es
musste eine andere Lösung gefunden werden.
2022 erfolgte die erste Anfrage zur Umsetzung des o.g. Gesamtprojektes an die lokale
Aktionsgruppe des LEADER-Programms, den Spreewaldverein e.V. und ein Jahr später
der Antrag auf Unterstützung. Das positive Votum als Grundlage für die Beantragung der
Fördermittel beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und
Flurneuordnung (LELF) erhielten wir Anfang 2024. Eine Projektbeschreibung musste
erstellt, Formulare ausgefüllt, die Ausstattungsgegenstände herausgesucht, für alle
Positionen und Gewerke mindestens 3 Angebote eingeholt werden – es erforderte viel Zeit
und Energie. Die Mitglieder des Heimatvereins haben alle erforderlichen Leistungen vom
Bauantrag über Ausschreibungen und Stellen des Fördergeldantrages in Eigenleistung
erbracht. Jetzt hieß es nochmal warten. Am 18.07.2024 hatte das Warten ein Ende und die
Fördermittel in Höhe von 40.000 Euro bewilligt. Den erforderlichen Eigenanteil haben wir
aus Eigenmitteln, Spenden, Unterstützung der evangelischen Kirchgemeinde Schlieben
und unserer Gemeinde sichergestellt.
Nun konnten wir im August 2024 mit der Umsetzung des Projektes starten. Dabei
übernahmen die Mitglieder des Heimatvereins die gesamte Projektleitung. Als erstes
erfolgte die Auswahl und Beauftragung der Baufirmen und die Bestellung der Ausstattung.
Als erstes musste das Bauland vorbereitet werden. Mehrere Baumwurzeln wurden durch
die Firma Galle GmbH ausgefräst. Die Einebnung des kompletten Innenhofes des
Schulmuseums und die Pflasterarbeiten für die Bodenplatte des Pavillons führte die Firma
Tief- und Rohrleitungsbau Walddrehna GmbH aus. Zimmerermeister Andreas Müller
errichtete den Pavillon in einer handwerklich sehr hochwertigen Arbeit.
Die Holzelemente sind in traditioneller Zimmermannsarbeit gezapft und gedübelt, also ohne Verwendung von
Schrauben oder Nägeln. Orgelbauer Mike Zuber hat das historische Harmonium
restauriert, so dass wir es am Himmelfahrtstag eingeweiht haben und die erste himmlische
Töne erklingen konnten. Die Sanierung der Litfaßsäule übernahm Maurermeister Andreas
Lehmann. Sie soll in einem nächsten Projekt mit Bildern und Geschichten aus
Schwarzenburg gestaltet werden. Die Firma Kaiser–Spielgeräte hat die Tischtennisplatte
und die Sitzgruppe für die Erweiterung des Spielplatzes geliefert. Im Tisch sind 3
Spielfelder - „Mensch ärger dich nicht“, Schach und Mühle - eingearbeitet. Das Aufstellen
der Geräte, Bänke und Fahrradständer erfolgte in Eigenleistung mit tatkräftiger
Unterstützung der Firma von Alexander Kaczmarek. Die Firma Elektro-Neubert hat mit der
Ausführung der Elektroarbeiten zur Stromversorgung und dem Anbringung einer stilvollen
Beleuchtung am Pavillon diesen Projekt zum Abschluss gebracht.
Die neuen Freizeitmöglichkeiten werden von Kindern, Jugendlichen und auch
Erwachsenen bereits sehr gut angenommen. Sie sind auch eine Attraktion und ein
Rastplatz für Wanderer und Fahrrad-Touristen.
Die erfolgreichen Umsetzung unsere Projekt ermöglicht uns, die Ziele des Heimatvereins
als kulturelles Zentrum voranzubringen und neue Angebote zu entwickeln um die
Gemeinschaft im Dorf und der Gemeinde zu stärken.
Gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Dahme-Spreeewald Sven Herzberger, der
Geschäftsführerin des Spreewaldvereins e.V. Melanie Kossatz, unserem Bürgermeister
Frank Deutschmann, Schwarzenburgern und Mitgliedern des Heimatvereins
Schwarzenburg e.V. haben wir am 11.10.2025 das Projekt feierlich abgeschlossen.
Unser Dank gilt allen Firmen, die uns über die Projektzeit in Vorbereitung und Umsetzung
unterstützt haben und zur Einweihung herzlich eingeladen waren.
Dem Spreewaldverein e.V. und dem LELF danken wir für die tolle Zusammenarbeit und
Hilfestellung bei Fragen zur Umsetzung der Ideen des Heimatvereins und der Bearbeitung
der Anträge. Wir haben immer offene Ohren getroffen. Danke auch unserer Gemeinde
Heideblick für die Hilfe und Unterstützung bei der Projektumsetzung. Ganz besonderer
Dank gilt allen Schwarzenburgern, die in Eigenleistung zum Projektgelingen beigetragen
haben und den Mitgliedern des Heimatvereins für ihr ehrenamtliches Engagement.
Wir sind stolz, als ehrenamtlich tätiger Verein mit 30 Mitgliedern in einem Ort mit 70
Einwohnern durch unsere vielfältigen Projekte und ein umfangreiches Jahresprogramm
ein Leuchtturm für aktive Vereinsarbeit und eine kulturelles Zentrum in der Region zu sein.
Text und Fotos: Heimatverein Schwarzenburg e.V.
*ELER = Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
*²LEADER = ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes. LEADER steht dabei für „Liaison entre actions de développement de
l´économie rurale“, was übersetzt etwa bedeutet „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Das Programm ist Teil des Europäischen
Landwirtschaftsfonds (ELER). Ziel der Förderung ist die Unterstützung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung in ländlichen Gebieten.