Leben im Einklang mit der inneren Dosha-Uhr
Jeder Tag wird von unserer inneren Dosha-Uhr bestimmt. Diese tickt im Vier-Stunden-Takt und beeinflusst unsere Lebensenergie und Verdauungskraft. Je nach Tageszeit übernimmt ein anderes Dosha die Führung, beeinflusst unser Verdauungsfeuer (Agni) und steuert die Gemütslage und die Aktivitäten in dieser Zeit.
Morgenzeit = Kapha-Zeit
6:00 bis 10:00 Uhr; Höhepunkt ca. 9:00 Uhr
Wer erst gegen 9:00 Uhr aufsteht, kann die Schwere, Bewegungslosigkeit und Dumpfheit von zu viel Kapha spüren. Es empfiehlt sich, früh aufzustehen, am besten zwischen 6:00 und 7:00 Uhr, um die Schwere des Schlafes abzuschütteln. Direkt nach dem Aufstehen sollte der Körper in seiner Reinigungs- und Ausscheidungsphase unterstützt werden (Blase und Darm entleeren und damit Abfallprodukte ausscheiden, sogenannte Malas). Der optimale Stoffwechselaktivator dafür ist ein Glas heißes Wasser direkt nach dem Aufstehen. Dann möglichst die ayurvedische Morgenroutine durchführen. Diese belebt alle Sinne, pflegt, verjüngt Haut und Organe, kräftigt die Zähne und beugt Mundgeruch vor. Zusätzlich wäre es gut, wenn ein kurzes Bewegungsprogramm folgt (Joga oder Spaziergang), so führen wir dem Körper ein Optimum an vitaler Lebensenergie zu.
Mittagszeit = Pitta-Zeit
10:00 bis 14:00 Uhr
Mit der steigenden Sonne steigt auch unser inneres Feuer. Zur Mittagszeit brennt unser Pitta am stärksten, was uns viel Tatendrang, Energie und großen Appetit beschert. Die Aufnahmefähigkeit des Verdauungssystems ist nun besonders gut. Selbst schwere Speisen können gut verdaut werden. Daher sollte jetzt die Hauptmahlzeit des Tages eingenommen werden. Direkt nach der Einnahme der Mahlzeit ist das Kapha erneut hoch. Um die Verdauung nicht zu beeinflussen, sollte ein Mittagsschlaf unbedingt vermieden werden. Besser ist ein Verdauungsspaziergang oder ein bitterer Verdauungskaffee bzw. –tee.
Nachmittag = Vata-Zeit
14:00 bis 18:00 Uhr
Unsere innere Bio-Uhr regt einerseits die Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und Flexibilität an und führt andererseits aber auch zu Konzentrationsmangel, Unterzuckerung und Energieschwankungen. Die Verdauungskraft ist in dieser Zeit sehr schwankend. Viele Menschen reagieren in dieser Zeit sehr anfällig auf übermäßigen Stress und verlieren ihre Leistungsfähigkeit und Dynamik. Daher sollte zum Ende der Vata-Zeit (ca. 17:00 Uhr) mit gesunden Energiespendern (Nüssen, Trockenfrüchte oder einer Gemüsebrühe) dagegen gesteuert werden.
Abend = Kapha-Zeit
18:00 bis 22:00 Uhr
Der Körper findet zur Ruhe und Regenerationsfähigkeit, aber auch zu Trägheit und neigt zur Schlackebildung. Schwer verdauliche, saure, fermentierte und kalte Speisen und Getränke belasten. Daher sollten diese zum Abendessen reduziert bzw. gemieden werden. Die Verdauungskraft sinkt rapide ab. Empfehlenswert ist ein frühes Abendessen, mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen. Es sollte nicht zu spät zu Bett gegangen werden (günstig ist gegen 22:00 Uhr).
Mitternacht = Pitta-Zeit
22:00 bis 02:00 Uhr
Diese Zeit ist enorm wichtig für die Zellerneuerung und den Gewebeaufbau. Um den Zellstoffwechsel in seinem Erneuerungsprozess zu unterstützen, ist es ratsam, abends nicht zu naschen, sondern stattdessen lieber eine warme Tasse Milch mit Kräutern und Gewürzen zu trinken.
Der frühe Morgen = Vata-Zeit
02:00 bis 6:00 Uhr
Die dynamischen Bewegungen des Stoffwechsels sind nun besonders hoch und die Ausscheidungsorgane arbeiten auf Hochtouren. Viele Menschen haben nun einen unruhigen Schlaf.