Die ayurvedische Morgenroutine
Früh aufstehen und den Stoffwechsel ankurbeln
1. Direkt nach dem Aufstehen ein bis zwei Becher gut warmes Wasser trinken (regt die Verdauung an und putzt die Srotas, die Transportkanäle); Wirkung: über Nacht angesammelte Ablagerungen geraten in den Magen und aktivieren den Stoffwechsel; bei Verstopfung und bei träger Verdauung eine wichtige Maßnahme
2. Mundhygiene (Zunge schaben, Öl ziehen, Zähne putzen)
Zunge schaben bewirkt, dass überschüssige Belege entfernt werden. Die Geschmacksknospen der Zunge kann man sich wie einen kleinen Wald vorstellen - wenn die "Bäumchen" zusammenkleben, werden sie durch das Schaben getrennt und das nachfolgende Öl kann gut in die Zwischenräume dringen.
Mit einem Zungenschaber oder kleinen Löffel von hinten nach vorn mehrfach sanft abschaben. Gesamter Mundraum sollte frischer und die Zunge von Rückständen befreit werden.
Öl-Ziehen heißt, dass man in etwa einen Teelöffel Öl (möglichst Sesamöl bei Vata-Störungen; Ghee bei Pitta-Störungen oder auch Gandusha-Öl bei Entzündungen im Mundraum; kein Kokosöl denn es verstopft die Zirkulationskanäle) für 3 - 10 Minuten im Mund hin und her zieht. Mit dem Öl werden toxische Substanzen aus den Schleimhäuten gelöst, das gesamte Enzymsystem und die Verdauungskraft gestärkt sowie das Geschmacksempfinden intensiviert. Daneben wird die Kaumuskulatur gestärkt, Mundgeruch wird vorgebeugt und das Zahnfleisch genährt. Öl wird sodann ausgespuckt (nicht in den Abfluss – es verstopft), dann kann der Mund mit Wasser ausgespült werden. Sodann Zähne putzen.
3. Nasenspülung (Reinigung der Nase mit Salzlösung) - Vorsicht! Nicht bei akuter Erkältung!
Mit einem Nasenkännchen werden die gesamten Nasen-Nebenhöhlen-Regionen befreit (auf ½ Liter warmes Wasser ½ Teelöffel Salz). Anschließend werden die Nasenlöcher mit einem Tropfen Ghee oder Sesamöl benetzt. Anu-Tailam (Nasenöl mit Kräutern) wird besonders für den Vata empfohlen.
Das beugt starke Schleimbildung und die Neigung zu Erkältungskrankheiten vor. Besonders hilfreich ist dies bei Heuschnupfen.
Bei akuter Erkältung ist davon abzuraten. Bei Minusgraden sollte erst eine halbe Stunde später das Haus verlassen werden.
4. Ölmassage
Sodann kann eine Öl-Massage (kleine Eigen-Abhyanga) folgen, um die Konstitutionen (Doshas) zu harmonisieren. Der Körper wird kräftig mit erwärmten Sesam- oder Kräuteröl eingerieben. Soviel Öl nehmen, bis die Haut keins mehr aufnimmt und dies 20 min einziehen lassen. Danach heiß duschen oder baden. Durch die morgendliche Ölmassage werden toxische Ablagerungen in den Körpergeweben gebunden und gelöst. Sie fördert Vata, verbessert die Sehfähigkeit, fördert den Schlaf und wirkt nährend und stärkend auf die Haut.
Alternativ kann zur morgendlichen Gewebeaktivierung der Körper mit einem Rohseidenhandschuh abgerieben werden. Die Rohseidenhandschuhe kannst Du bei Buchung einer Garshan-Massage von mir erhalten. So könntest Du auch gleich ausprobieren, wie sich solch eine Massage anfühlt.